Sonntag, 10. Februar 2008

Pflichtgefuehl, Alltagstrott & Rolf Zukovski auf italienisch

Schon wieder Sonntag...um der, mir selbst auferlegten, Pflicht gerecht zu werden folgt heute planmaessig und termingerecht der naechste Eintrag.

Eigentlich koennte ich es hierbei auch schon belassen, denn die vergangenen Woche bruestet sich nicht unbedingt mit extraordinaeren Zwischenfaellen und auch kann nicht mit spektakulaeren Ereignissen prahlen. Sie verstrich einfach so, heimlich still und leise ohne nennenswerte Vorkommnisse.
Aber vielleicht ist gerade das ein bedeutsamer Umstand, der es Wert ist naeher betrachtet zu werden.
Ich wuerde fast behaupten, die Routine, die sich langsam und fast unbemerkbar eingeschlichen hat, ist das beste Anzeichen dafuer, dass ich nun endlich ganz und gar hier angekommen bin!

Ist doch der stets wiederkehrende, schmucklose, nuechterne und stink normale Alltagstrott ein Phaenomen, dass erst in Erscheinung treten kann, nachdem all das Fremde und Ungewohnte in der neuen Umgebung einem vertraut wird und man es als "heimisch" betrachten kann.

Nach der ersten Phase der Verliebtheit, gehts nun in die zweite Runde: den Alltag- Die Zerreisprobe fuer jede Beziehung. Nun wird sich zeigen wie stark meine Liebe zu Rom ist....bisher klappts noch recht gut.

Wobei ich schon zugeben muss, dass es einiges gibt, an das ich mich erst gewoehnen musste und auch noch weiterhin muss.

Rom liegt zwar in der selben Zeitzone wie Berlin, doch ticken die Uhren hier ganz und gar anders. Mindestens jede zweite oeffentliche Uhr auf den Strassen geht falsch. Auf meinem allmorgentlichen Weg zur Sprachschule passiere ich stets einem Punkt, von dem aus man sage und schreibe 4oeffentliche Uhren sehen kann, die ALLE andere Zeiten anzeigen. Am Anfang war das sehr irritierend, mittlerweile weiss ich aber bescheid und traue nur noch der Uhrzeit die mein Handy mir anzeigt!
Es ist auch gang und gebe, dass die U-Bahn 3Minuten lang in einer Minute kommt.

Auch der Verkehr ist deutlich anders als in der Heimat, sowohl als Fussgaenger als auch als Autofahrer. Auf den Strassen gelten hier die Gesetze der Wildnis.
Man koennte meinen Spurenmarkierungen, Zebrastreifen und Ampeln dienen in erster Linie dazu, das Stadtbild etwas aufzulockern und sind reine Dekoration.
Es kann vorkommen, dass man angehupt wird weil man durch das Halten an der roten Ampel den Verkehrsfluss massiv behindert.
Fussgaenger, die es tatsaechlich wagen die Strasse zu ueberquaeren (wobei es meist voellig unerheblich ist, ob sie das wegen einer gruenen Ampel oder unter zuhilfenahme eines Zebrastreifens tun) behandelt man ganz einfach genauso wie die unzaehligen Schlagloecher, die die Strassen saeumen- man weicht ihnen weitestgehend aus und bremst nur, wenn es sich gaaaaar nicht vermeiden laesst!
Laestiges gucken kann man durch lautstarkes Hupen vorm Abbiegen umgehen....immerhin hat man ja gewarnt...

Fuer alle Beteiligten gilt also: Augen zu und durch!

Selbstsicherheit und Mut ist gefragt. Das ist wie mit Hunden, die Autos spueren jeden Anflug von Angst und Unsicherheit. Wer zaghaft am Strassenrand steht und wartet, dass man ihn passieren laesst, tut dies meisst vergeblich (ausser man ist weiblich und traegt zufaellig ein Roeckchen)...

So jetzt hab ich mir genug aus den Fingern gesogen....Schluss fuer heut!

Fotos gibts auch nicht, gab nichts zum fotographiern...

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